Cover des Jahresberichts 20242024 ist vorüber. Ein wahrlich turbulentes Jahr. Doch mit Ihnen an unserer Seite haben wir auch in solch schwierigen Zeiten durchgehalten und Erfolge erzielt. Welche, lesen Sie im vorliegenden Jahresbericht 2024.

Eines ist sicher: Die Zeiten für Umweltschutz werden nicht leichter. Und obwohl es immer wichtiger wird, sich für die Umwelt stark zu machen, formieren sich starke Wirtschaftslobbys. Die wollen das Rad der Zeit zurückdrehen, wichtige Errungenschaften rückgängig machen und ihre Interessen durchsetzen. Auf Kosten von Natur, Klima, den Menschen von heute und jenen von morgen. Jetzt mehr denn je braucht es unsere starke unabhängige Stimme, damit wir uns gegen diese mächtigen Interessen wehren und gleichzeitig eine klima- und umweltfreundliche Wirtschaftsweise voranbringen können.

Mit frischem Wind in die Zukunft

Unser Trinkwasser braucht Schutz!

von Helmut Burtscher-Schaden, GLOBAL 2000 Umweltchemiker

Das Jahr 2024 brachte für mich eine ebenso überraschende wie unerfreuliche Erkenntnis: In ganz Europa – und damit auch in Österreich – ist das Wasser flächendeckend mit einer fortpflanzungsgefährdenden Chemikalie verunreinigt: Trifluoracetat (TFA), ein Abbauprodukt von Pestiziden aus der Gruppe der Ewigkeits-Chemikalien (PFAS).

Zu dieser Erkenntnis kam ich aufgrund mehrerer Untersuchungen, die GLOBAL 2000 mit Unterstützung europäischer Partnerorganisationen durchgeführt hat. Über das Jahr 2024 verteilt haben wir zunächst Flüsse und Seen, dann Leitungswasser und schließlich Mineralwasser aus ganz Europa – inklusive aller neun österreichischen Bundesländer – untersucht. Das Ergebnis: Mit Ausnahme einzelner Mineralwässer fanden wir überall TFA-Belastungen.

Die Hauptquelle dieser Verunreinigung ist wie oben erwähnt die jahrzehntelange Verwendung von PFAS-Pestiziden, deren Abbauprodukte im Grund- und Trinkwasser landen. Dabei gilt gesetzlich: Pestizide dürfen nur zugelassen werden, wenn ihr Einsatz Grund- und Trinkwasser nicht gefährdet. Deshalb ist der Landwirtschaftsminister verpflichtet, PFAS-Pestiziden, die TFA freisetzen, die Zulassung zu entziehen – das bestätigt auch ein von GLOBAL 2000 beauftragtes Rechtsgutachten.

Doch während das österreichische Landwirtschaftsministerium dieser gesetzlichen Verpflichtung bis heute nicht nachkommt, gibt es auf EU-Ebene erste Fortschritte: Im Herbst 2024 hat die EU-Kommission erstmals den Zulassungsstopp für zwei PFAS-Pestizide vorgeschlagen – mit der Begründung, dass sie zur Verunreinigung des Grundwassers mit TFA beitragen.

Doch Entscheidungsprozesse auf EU-Ebene sind oft langwierig. Angesichts der fortschreitenden Kontamination unserer Wasserressourcen ist aber rasches Handeln angesagt. Deshalb werden wir 2025 mit Ihrer Unterstützung den Druck aufrechterhalten und weiter verstärken: Wir verlangen ein Verbot von PFAS-Pestiziden zum Schutz unser aller Gesundheit!

Ein herzlicher Dank für Ihre Unterstützung!

  • 2024 veröffentlichte GLOBAL 2000 zum Thema PFAS-Pestizide und TFA in Wasser 6 Infobroschüren inklusive Rechtsgutachten.
  • Unsere Pressearbeit dazu fand Niederschlag in 550 Berichten in österreichischen Print- und Online-Medien sowie in längeren Beiträgen der Ö1 Help-Redaktion, der ORF-Fernsehformate „Thema“, „Heute konkret“ und „Guten Morgen Österreich“ und der Puls 4-Nachrichten und des Café Puls.
  • Fast 22.000 Unterstützer:innen haben bereits unsere Petition „PFAS verbieten, Trinkwasser schützen!“ unterzeichnet.

Zuversichtlich in die Zukunft

von Anna Leitner, GLOBAL 2000-Ressourcensprecherin

2024 war ein bewegtes Jahr. Wir haben viel an positiven Zukunftsvisionen gearbeitet, waren aber auch ständig damit beschäftigt, Rückschritte zu verhindern. Dennoch können wir auch über einige Gewinne berichten.

Rette, rette Lieferkette

Anfang 2024 stand das Lieferkettengesetz auf der Kippe. Dennoch trat es im Juli nach Jahren der Verhandlung endlich in Kraft. Jetzt muss die Richtlinie umgesetzt werden. Auch 2025 werden wir uns mit Ihrer Unterstützung, intensiver Zusammenarbeit mit Partnerorganisationen und durch viele Gespräche mit Entscheidungsträger:innen für Konzernverantwortung einsetzen.

Wirtschaft, aber anders

Im Mai veranstalteten wir die erste österreichische Beyond Growth-Konferenz. Es ging darum, wie eine sozial gerechte, nachhaltige Wirtschaft umgesetzt werden kann. Im Vorfeld entstanden drei Infobroschüren und unser Erklär-Video zu Postwachstum mit Christoph Badelt. Mit umfassender Pressearbeit, mit vielen Hintergrundgesprächen, Aussendungen und Interviews sorgten wir dafür, dass unsere positive Vision der Zukunft unter die Leute kam. Und wir standen in regelmäßigem Austausch mit Wissenschaftler:innen verschiedenster Universitäten im Beirat der Konferenz.

Heiß begehrt: Lithium

Im Herbst beschäftigten wir uns mit dem geplanten Lithium-Abbau auf der Koralpe in Kärnten. Lithium ist ein Leichtmetall, das in Akkus für Laptops, Smartphones und E-Autos steckt und bei der Herstellung von Glas, Keramik und Aluminium eingesetzt wird. Nun will ein australischer Konzern diesen wichtigen Rohstoff in Österreich abbauen, ihn in Saudi Arabien weiterverarbeiten lassen und viel Geld damit erwirtschaften. Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) soll es gar keine geben. Dagegen wehren wir uns, denn Bergbau soll es nur unter Beteiligung der Öffentlichkeit geben.

Auf der Agenda: Bergbau

Im Dezember diskutierte ich in Amsterdam mit internationalen Friends of the Earth-Kolleg:innen über das komplexe Thema Bergbau und mögliche Vorgangsweisen zur besseren Kontrolle desselben. Dank Ihrer Unterstützung gilt mein Einsatz 2025 ganz besonders den Themen Bergbau, Lithium und Rohstoffe für die Mobilität.

Anna Leitner schaut ernst, aber motiviert in die Kamera

Weiters werde ich mich für den Erhalt der Umweltgesetze stark machen, denn diese sind unter dem Deckmantel der „Deregulierung“ sowohl auf nationaler Ebene als auch auf EU-Ebene gefährdet. Um Angriffe auf diese Gesetze abzuwehren, brauchen wir Sie.

Anna Leitner, GLOBAL 2000-Ressourcensprecherin

2024...

  • schrieben wir 10 offene Briefe
  • organisierten wir 5 Konferenzen
  • waren wir auf 10 Events am Podium
  • produzierten wir 1 Video „Unsere Wirtschaft. Sweet ist anders“
  • gaben wir 25 Interviews auf Ö1, in der Krone, auf Arte
  • verfassten wir 3 Infobroschüren zum Thema Postwachstum
  • trafen wir uns mehr als 30-mal mit internationalen und mehr als 50-mal mit nationalen Partner:innen

Kopf im Sand ist keine Lösung

von Johannes Wahlmüller, GLOBAL 2000-Klima- & Energiesprecher

2024 haben wir uns mit aller Kraft für echte Lösungen gegen die Klimakrise eingesetzt. Dafür, dass die Treibhausgasemissionen auch in Österreich sinken. Angesichts der vielen Hiobsbotschaften nicht immer ein leichtes Unterfangen.

2024 war eine echte Zeitenwende

Erstmals seit Beginn der Aufzeichnungen lag die Temperatur um mehr als 1,5 °C über dem vorindustriellen Niveau. Damit folgt 2024 dem Trend, denn die 10 heißesten Jahre seit Beginn der Aufzeichnungen waren gleichzeitig auch die letzten 10 Jahre. Wir haben heute bereits jenen Bereich verlassen, den die Klimawissenschaft als sicher bezeichnet. Die Folgen davon sind weltweit zu sehen: Waldbrände, Hochwasser, Hitzewellen und Dürren nehmen zu. Und damit nicht genug: Wahlen zeigen, dass Klimaleugner:innen offenbar weltweit Hochkonjunktur haben. Es ist, als würde ein Teil der Gesellschaft lieber den Kopf in den Sand stecken, als an Lösungen zu arbeiten.

Erfolge für den Klimaschutz

Umso wichtiger ist es, dass es Menschen wie Sie gibt, die das nicht einfach hinnehmen und uns dabei unterstützen, gemeinsam ‒ trotz teils widrigster Umstände ‒ den Klimaschutz erfolgreich voranzutreiben. Mit Ihnen an unserer Seite haben wir auch 2024 wieder viel fürs Klima erreicht: Wir rüttelten die Öffentlichkeit auf und verhinderten, dass das klima- und naturgefährdende Projekt des Kraftwerks Kaunertal in Tirol entscheidende behördliche Schritte vorankam. Mehr als 92.000 Menschen unterzeichneten unsere Petition für den Erhalt des Platzertals. Das Kraftwerksprojekt würde das ganze Tal überfluten und dabei ein klimawichtiges Moor zerstören, das enorm viel CO₂ bindet. Die entstandene Nachdenkpause werden wir nun dazu nutzen, ein Umdenken herbeizuführen.

Wir protestierten gegen die Erdgasbohrungen in Molln (OÖ) ‒ unweit des Nationalpark Kalkalpen ‒ und sind mittlerweile in einem Rechtsverfahren, um das zerstörerische Vorhaben zu verhindern. Was wir brauchen, ist eine Energiewende und nicht neue Milliardeninvestitionen in fossiles Gas.

Wir führten wichtige Analysen für Sie durch:

Wir gründeten mit der Allianz soziale Klimapolitik ein breites Bündnis und setzen uns seither gemeinsam mit unseren Bündnispartnern dafür ein, soziale und ökologische Ungleichheiten zu verhindern. Wir initiierten den Appell der Wirtschaft, in dem sich 127 Unternehmen für Klimaschutz und Energiewende aussprachen.

Unser Einsatz zahlt sich aus: 2023 gingen die Emissionen um 6,5 % zurück.

Atomrenaissance? Nicht mit uns!

von Patricia Lorenz, GLOBAL 2000-Anti-Atomsprecherin

2024 war von zahlreichen Ankündigungen der Atomlobby gekennzeichnet. Die Medien überschlugen sich geradezu in Neubauplänen – von Polen über Tschechien bis Schweden – in diesen Ländern wird die Öffentlichkeit mit unkritischer Information bearbeitet. Umstellung auf AKW-Förderungen? Nicht mit uns: Wir recherchieren, informieren und schließen Bündnisse in ganz Europa.

Während die altbekannten Probleme der Atomkraft bleiben – explodierende Kosten, jahrzehntelange Bauzeiten, Endlagerung – versuchen Nuklearstaaten und Interessengruppen, die Atomkraft mit erneuerbaren Energien gleichzustellen, um an deren Fördertöpfe heranzukommen.

Im März 2024, als sich diverse AKW-Lobbygruppen in Brüssel selbst feierten und neue Gelder für alte AKW Designs lukrieren wollte, traten wir gemeinsam mit einer Koalition aus Atomkraftgegner:innen aus ganz Europa lautstark dagegen auf. Wir störten den ersten EU-Atomgipfel so empfindlich, dass der angekündigte Nachfolgegipfel im Herbst 2024 gleich gar nicht mehr stattfand. Ein wichtiger Erfolg, denn die aktuelle „Atomrenaissance“ lebt von leeren Ankündigungen.

Der vielgepriesene „Wunderwuzzi“ unter den modernen Reaktoren, der SMR (Small Modular Reactor), soll die Lösung für alle Probleme sein: sicheres Design, kürzere Bauzeiten und niedrigere Kosten durch modulare Bauweise und Serienproduktion. Alles reiner Marketingschmäh. SMR sind weder „mini“, noch billig. Nach wie vor ist unklar, ob die SMR-Designs überhaupt umsetzbar sind, geschweige denn, wie teuer das letztlich wird. Es gibt keinerlei Erfahrung zum Bau und Betrieb und zig Fragen zu Sicherheit, Anlagenschutz, Prozesskette und radioaktivem Abfall. Dennoch läuft aktuell sogar schon eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) für einen SMR am Standort Temelín in Tschechien.

GLOBAL 2000 erhebt Einspruch

Denn nach wie vor gibt es kein einziges zugelassenes SMR-Design. Doch die EU-Kommission ist auf diesem Ohr taub und lud im Oktober 2024 zur SMR Industrial Alliance. GLOBAL 2000 war dabei und machte auf den kostspieligen Irrweg aufmerksam.

In Ungarn sollen beim AKW Paks zwei neue SMR mit 2.400 MW Leistung errichtet werden, GLOBAL 2000 unterstützt die lokalen Umweltschützer:innen. Aus Angst vor zuviel Öffentlichkeit fand die erste Phase der UVP für die Lebensdauerverlängerung von Paks I unter Ausschluss der ungarischen Öffentlichkeit statt. Dagegen haben wir uns im November bei der SET (Strategic Energy Technology)-Plan-Konferenz in Budapest verwehrt. Daraufhin sicherten uns die Behörden zu, dass die nächste Phase öffentlich ablaufen wird.

Auch in Slowenien haben wir uns in die Diskussion um einen neuen Reaktor eingemischt. Und: Information hilft. Denn die Atomlobby sagte das geplante Referendum zum Milliardenprojekt im letzten Moment ab. Ganz aus der Welt ist es noch nicht, aber mit Ihrer Hilfe bleiben wir weiterhin dran.

Wussten Sie, dass

  • ... Atomkraft abhängig macht? Denn Atomreaktoren brauchen Uran als Brennstoff, das von wenigen Staaten angeboten wird, allen voran Kasachstan.
  • ... AKW nur ein Drittel der erzeugten Wärme zur Stromproduktion nutzen? Der Rest geht als Abwärme in Gewässer und in die Atmosphäre und trägt zur Klimaerhitzung bei.

Kind sein: trotz Krieg und Krankheit

von Juliana Matusova, Leiterin Kinderhilfsprojekte GLOBAL 2000

Das war 2024 unser Motto. Mit viel Elan, Effizienz und Empathie stillten wir im vergangenen Jahr nicht nur grundlegende Bedürfnisse unserer Schützlinge, sondern erfüllten auch deren Herzenswünsche – gerade jetzt, wo ihr Alltag von Unsicherheit und Entbehrungen geprägt ist. Danke, dass Sie uns dabei so großartig unterstützt haben!

Unsere Erholungsaufenthalte

Im Sommer 2024 schenkten wir 30 krebskranken Kindern aus der Ukraine in Graz und Ybbs an der Donau eine Auszeit von Krankheit und Kriegsalltag. Drei Wochen lang hatten die Kleinen Gelegenheit, zur Ruhe zu kommen und Kraft zu schöpfen, fernab von den Sorgen des Alltags.

Hilfe vor Ort

Trotz schwieriger Bedingungen unterstützten wir 2024 fast 14.000 Kinder in der Region Charkiw mit Lebensmitteln, Medikamenten & Therapien, medizinischer Ausrüstung, Schuhen & Kleidung etc.

Darunter:

  • 4.015 (krebs)kranke Kinder im Kinderkrankenhaus Nr. 16
  • 150 krebskranke Kinder im Kinderkrankenhaus Nr. 1
  • 700 Kinder aus kinderreichen Familien in schwierigen Lebenssituationen
  • 1.000 sozial bedürftige Kinder
  • 308 Kinder aus familienähnlich geführten Kinderheimen
  • 200 Kinder mit Behinderungen
  • 88 vom Krieg besonders betroffene Waisenkinder

Unser Familienprogramm in Österreich

2024 begleiteten wir fünf ukrainische Familien mit krebskranken Kindern, die nach Österreich geflüchtet sind. Neben punktueller finanzieller Hilfe unterstützten wir sie bei Behörden- und Amtswegen und begleiteten die Kinder zu medizinischen Untersuchungen und Behandlungen.

Sauberes Trinkwasser – eine Lebensgrundlage

2024 haben wir in der Region Charkiw in Zusammenarbeit mit der Stadt Wien 13 neue Wasseraufbereitungsanlagen installiert. Dadurch versorgen wir 7.000 weitere Kinder regelmäßig mit sauberem Trinkwasser – eine essenzielle Maßnahme, um ihre Gesundheit zu schützen.

Unsere Traumfabrik

Im Rahmen unserer Traumfabrik erfüllten wir die Herzenswünsche von 42 krebskranken Kindern aus dem Krankenhaus Nr. 16 in Charkiw, ein kleiner Lichtblick im schwierigen Alltag der Kinder.

Unvergessliche Momente

... bescherten wir den Kindern mit 41.053 Plüschhasen, die wir dank einer großzügigen Firmenspende verteilten: ein Symbol der Freude, ein kleines Stück Normalität inmitten des Chaos.

Für ein sicheres Zuhause

von Waltraud Novak, GLOBAL 2000-Projektleiterin Chemikalien

Dass Sie und Ihre Lieben sich in Ihren eigenen vier Wänden wohl fühlen und nicht Gefahr laufen, durch giftige Chemikalien krank zu werden, ist uns ein großes Anliegen.

Baba BPA!

Genau zu Jahresende 2024 hat uns die EU eine frohe Botschaft geliefert: Die hormonell schädliche Chemikalie Bisphenol A (BPA), die wir seit Jahrzehnten bekämpfen, wurde endlich EU-weit verboten. Schon 2009 fand GLOBAL 2000 giftiges BPA in Babyschnullern und ging damit an die Medien. Der Handel zog alle BPA-Schnuller vom Markt zurück. Doch in Materialien, die mit Lebensmitteln in Berührung kommen – etwa Konservendosen – blieb BPA drin. Obwohl es Unfruchtbarkeit, Diabetes und möglicherweise sogar Krebs auslösen kann. Umso mehr begrüßen wir nun den längst überfälligen Entschluss der EU, BPA aus Lebensmittelkontaktmaterialien zu verbannen.

Checken Sie Ihren Haushalt!

Traurig ist, dass es immer noch viele andere Schadstoffe gibt, mit denen wir im Alltag in Kontakt kommen: fortpflanzungsschädliche Weichmacher im Spielzeug, giftige PFAS im Coffee-to-go-Becher, hormonell wirksame Substanzen in Kosmetika, umweltschädliches Mikroplastik in Textilien.

Deshalb starteten wir 2024 mit unserer kostenlosen Chemikalien-Ausbildung im Rahmen des Projekts ChemBee so richtig durch. Über das Jahr verteilt lernten rund 200 Teilnehmer:innen in 8-wöchigen Online-Kursen, wie sie in ihrem Zuhause problematische Substanzen aufspüren und durch gesundheitlich unbedenkliche Alternativen ersetzen können. Das Tolle daran ist, dass die Absolvent:innen ihr Wissen im Rahmen von Haushalts-Checks im Freundes- und Bekanntenkreis weitergeben. Wegen des großen Erfolgs geht ChemBee 2025 in die nächste Runde.

Biene, Blume, Baum & Boden

von Claudia Meixner, GLOBAL 2000-Projektleiterin & Dominik Linhard, GLOBAL 2000-Projektleiter

Unser Nationalpark Garten,

unsere Initiative für mehr Biodiversität in Hausgärten, hat 2024 auf seiner Online-Plattform eine neue Karte bekommen. Sie können jetzt gleich mehrere Fotos Ihrer vielfältigen Grünfläche hochladen, samt Beschreibung und Infos zu deren tierischen Bewohnern. Unser Nationalpark Garten war Ende 2024 bereits 6,6 Millionen Quadratmeter groß. Das sind 6,6 Millionen Quadratmeter Heimat für Bienen, Schmetterlinge, Regenwürmer, Igel, Eidechsen und viele andere gefährdete Tierarten.

Unterstützt von dm Drogeriemarkt konnten wir 260 Schulklassen kostenlos mit unseren neuen Umweltbildungsboxen „Nationalpark Garten-Detektiv:innen“ ausstatten. Damit können sich Kinder der 4. bis 6. Schulstufe auf spielerische Weise mit dem Thema Artenvielfalt auseinandersetzen. Aufgrund des großen Erfolges wird es 2025 eine zweite Auflage geben.

Artenzählen leicht gemacht

2024 haben wir im Rahmen unseres BIOM Garten-Projekts Daten gesammelt, die dabei helfen, das Vorkommen von Reptilien und Amphibien in Privatgärten zu erheben. Das trägt zur Erforschung und zum Schutz der Tiere bei. Auf artenzählen.at haben mittlerweile 400 Gartenbesitzer:innen ihre Beobachtungen von Zauneidechse, Wechselkröte & Co gemeldet und so mitgeholfen, die Lücken im Biodiversitätsmonitoring zu schließen.

Slowflowers im Trend

Zum Muttertag 2024 haben wir für Sie Blumensträuße getestet und erschreckende Ergebnisse zu Tage gefördert. Der Großteil der konventionell produzierten Schnittblumen im Handel ist stark pestizidbelastet.

Die meisten Blumen werden im Ausland produziert, häufig in Ländern des Globalen Südens, wo die Umweltauflagen unzureichend und die Arbeitsbedingungen meist katastrophal sind. Zum Glück gibt’s Slowflowers: Die sind regional, saisonal, fair produziert & pestizidfrei.

Urwald ist urleiwand

Alte Naturwälder sind extrem wertvoll für die heimische Artenvielfalt und das Klima. Deshalb bleiben wir hartnäckig und haben uns 2024 bei einer Gerichtsverhandlung am NÖ-Landesverwaltungsgericht weiter für den Schutz von bedrohten Naturwäldern im Mittleren Kamptal und Yspertal stark gemacht. Die Mühlen der Justiz mahlen zwar langsam und die Entscheidung des Gerichts ist immer noch ausständig, aber wir bleiben dran.

Bodenschutz ist Arten- & Klimaschutz

Wussten Sie, dass der Boden der artenreichste Lebensraum der Erde ist? Dass er für uns überlebenswichtig ist? Und doch stehen unsere Böden selten im Rampenlicht der gesellschaftlichen und politischen Debatte. Mit dem 2024 publizierten Bodenatlas haben wir das geändert.

Moore: Arten-Hotspots

Wertvoller Boden ist auch im Tiroler Platzertal bedroht. Der Tiroler Energieversorger (Tiwag) hält dennoch an Ausbauplänen für ein Kraftwerk fest, das ein wertvolles Moor zerstören würde. Dabei gibt es umweltschonendere Pläne. Mit zahlreichen Aktionen vor Ort, einer Petition, Filmabenden und vielem mehr haben wir 2024 intensive Aufklärungsarbeit geleistet, um die Politik zum Umdenken zu bewegen.

Wissen, was wurzeln schlägt

von Miriam Bahn, Leiterin GLOBAL 2000-Umweltbildung

2024 war ein erfolgreiches Jahr in der GLOBAL 2000-Umweltbildung. Mit unseren Programmen konnten wir Menschen im Alter von 9 bis 68 Jahren für den Umweltschutz begeistern und zur aktiven Mitgestaltung einer nachhaltigen Zukunft anregen.

Ein besonderes Highlight war die Entwicklung unserer Umweltbildungsbox: Nationalpark Garten-Detektiv:innen, die 2024 mehr als 5.000 Schüler:innen der 4. bis 6. Schulstufe auf spielerische Weise das Thema Biodiversität näherbrachte. Die Nachfrage war groß, unsere Boxen schnell vergriffen und das Feedback durchwegs positiv.

Mit 156 Umweltworkshops zu Themen wie Fleisch, Klima, Plastik, Biodiversität, Wald, etc. erreichten wir 2.761 Schüler:innen. Besonders erfolgreich war „Rising Tide“ für die Sekundarstufe II, bei dem Schüler:innen in einem Multiplayer-Spiel Maßnahmen gegen Klimakatastrophen ergriffen. Auch der neue Wald-Workshop für Volksschulkinder wurde mit Begeisterung angenommen.

Unsere Freiwilligen-Programme Team*Aktiv und Umweltkulturpraktikum waren ebenfalls ein Erfolg. In regelmäßigen Treffen setzten sich die Teilnehmer:innen intensiv mit Umweltthemen auseinander und organisierten zahlreiche Projekte: Kleidertauschpartys, eine Klima-Vernissage, Podiumsdiskussionen.

Im Rahmen des von der EU geförderten Projekts Greening Financial Literacy bildeten wir 30 junge Erwachsene aus, die anderen Interessierten in Workshops den Zusammenhang zwischen Klimakrise und der eigenen Bank vermittelten. Insgesamt erreichten wir auf diese Weise rund 150 junge Erwachsene, deren großes Interesse an grüner Finanzbildung die Workshops auch nach Projektende 2024 weiterführen lässt.

Umweltschutz braucht einen langen Atem

Denn Dranbleiben zahlt sich aus, damit wir gemeinsam die Veränderungen bewirken können, die letztlich allen zu Gute kommen – uns Menschen, den Tieren und der Natur

Unser täglich Brot 

... ist es, den richtigen Weg zu finden. Jenen Weg, der uns in eine lebenswerte, schöne Zukunft führt, in der wir Menschen in und von einer intakten Natur leben. Aber diese Vision allein genügt nicht. Was wir zur Umsetzung derselben brauchen, sind zum einen unser unerschütterlicher Enthusiasmus, unser persönliches Engagement und Ihre Unterstützung.

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