Klimareport: Klimaschutz in Wien

Die Bundesländer sind für den Klimaschutz maßgeblich: Ihre Entscheidungen zu Wohnbau, Mobilität und erneuerbaren Energien beeinflussen Österreichs Energiewende entscheidend. Dieser Artikel beleuchtet die Klimapolitik Wiens. Nur mit einer ambitionierten Strategie und wirksamen Maßnahmen kann die nächste Stadtregierung das Ziel der Klimaneutralität bis 2040 erreichen.

Cover des Factssheets: Klimaschutz in WienDie Bundesländer spielen eine wichtige Rolle beim Klimaschutz – auch Wien. Die Stadt kann viel beeinflussen, zum Beispiel beim Wohnbau, im Verkehr und bei erneuerbaren Energien. Doch reicht die aktuelle Strategie aus? Wien hat sich das Ziel gesetzt, bis 2040 klimaneutral zu werden. Allerdings sind die bisherigen Maßnahmen nicht ausreichend, um dieses Ziel zu erreichen.

Besonders wichtig wird deshalb die kommende Landtags- und Gemeinderatswahl: Die nächste Stadtregierung muss ehrgeizige Klimaschutzmaßnahmen umsetzen, damit Wien seinen Beitrag leistet. Unser Factsheet analysiert die aktuelle Klimapolitik Wiens und zeigt, wo noch nachgebessert werden muss.

Treibhausgase

Wien hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2040 klimaneutral zu werden. Laut Wissenschaft müssten die Emissionen um 90–95 % gesenkt werden, aber Wien plant bis 2030 nur eine Reduktion um 42 %. Das reicht nicht aus, um die Klimaziele zu erreichen. Besonders im Verkehr und bei Gebäuden sind die Emissionen hoch. Trotz einiger Fortschritte sind stärkere Maßnahmen nötig.

Energie

Wien nutzt bisher nur wenig erneuerbare Energie – nur 12 %, während der Österreich-Schnitt bei 41 % liegt. Bis 2040 soll der gesamte Energieverbrauch aus erneuerbaren Quellen stammen, doch der Ausbau geht nur langsam voran. Der Strom kommt immer noch zu 70 % aus Erdgas, und auch bei der Fernwärme dominieren fossile Energien. Wien muss den Ausbau von erneuerbaren Energien deutlich beschleunigen.

Gebäude

Wien will bis 2040 aus Gasheizungen aussteigen, aber fast die Hälfte der Haushalte nutzt noch Gas. Es gibt keinen klaren Plan für die Sanierung alter Gebäude, obwohl es wichtig wäre, um den Energieverbrauch zu senken. Auch neue Gebäude müssten effizienter werden. Hier besteht dringender Handlungsbedarf.

Mobilität

Wien will, dass mehr Menschen mit öffentlichen Verkehrsmitteln, dem Fahrrad oder zu Fuß unterwegs sind. Das Ziel von 80 % bis 2025 wird aber wohl nicht erreicht. Zwar fahren mehr Menschen Rad, doch das ging auf Kosten der Öffis. Außerdem hält die Stadt an teuren Straßenprojekten wie dem Lobautunnel fest, obwohl das mehr Verkehr verursachen könnte. Stattdessen wären Investitionen in den öffentlichen Verkehr sinnvoller.

Johannes Wahlmüller

„Der nächste Hitzesommer kommt bestimmt. Es wird Zeit, dass das Retro-Konzept der autogerechten Stadt mit durchgängig grauen Asphaltwüsten durch die Vision einer Gartenstadt, mit viel Grün, Aufenthaltsflächen im Freien, Bäumen und naturnahen Flächen in der Stadt abzulösen und damit die Lebensqualität der Wiener- und Wiener:innen entscheidend zu verbessern.“

Johannes Wahlmüller, GLOBAL 2000 Klima- und Energiesprecher

Unsere Forderungen an die zukünftige Stadtregierung:

  • Die Verankerung des Ziels der Klimaneutralität bis 2040 im Klimagesetz, einschließlich sektoraler Ziele und eines klar definierten Zielpfades: Als Zwischenziel sollte enthalten sein, bis 2030 die Treibhausgasemissionen um mindestens 57 % gegenüber dem Jahr 2005 zu reduzieren.
  • Die Verankerung eines rechtlich verbindlichen Ausstiegs aus Ölheizungen bis 2035 und aus Gasheizungen bis 2040 in einem Erneuerbaren-Wärme-Landesgesetz.
  • Die vollständige Umstellung der Fernwärme auf klimafreundliche Technologien bereits bis 2035.
  • Die Steigerung der Sanierungsrate auf 3 % sowie die Erhöhung der Qualitätsstandards für thermische Sanierungen und Neubauten durch eine ausreichende Dotierung und entsprechende Ausgestaltung der Landesförderungen sowie durch Anpassungen in der Bauordnung.
  • Die Absage von klimaschädlichen und verkehrspolitisch sinnlosen Projekten wie der Lobau­Autobahn, stattdessen: Aufbau einer klimafreundlichen Mobilitätsinfrastruktur in der gesamten Stadt, vor allem auch in den Rand- und Flächenbezirken
  • Den zügigen Ausbau der Fahrradinfrastruktur, um dem steigenden Fahrradverkehr gerecht zu werden.
  • Die Entwicklung eines Masterplans für die Anpassung an die Klimakrise: Flächendeckende Begrünung und Entsiegelung, um der sommerlichen Überhitzung der Stadt entgegenzuwirken.

Unsere Erde braucht uns – dringend.

Echter Klimaschutz ist notwendig und dazu braucht es Umdenken bei Politik und Wirtschaft. Als unabhängige Umweltschutzorganisation treten wir Konzernen und Politiker:innen entgegen. Dafür brauchen wir Ihre Unterstützung. Bitte helfen Sie uns mit Ihrer Spende, damit wir uns für verbindliche Klimaschutzmaßnahmen und unser aller Recht auf Gesundheit und saubere Energie einsetzen können. Danke!

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